KI ist im Webdesign angekommen. Jeden Tag ploppen neue Tools auf, die versprechen: „Wir bauen deine komplette Webseite automatisch!“ Klingt schön. Ist aber wie Instant-Kaffee: nett im Notfall, aber niemand mit Geschmack greift freiwillig dazu.
Ich arbeite täglich mit KI – aber nicht, um Webseiten zu bauen. Sondern, um Ideen schneller zu sortieren, Texte zu schärfen, Konzepte zu testen, Inspirationen zu bekommen oder meinen eigenen Kreativmodus zu beschleunigen. KI ist für mich wie ein Power-Werkzeug: Wenn du weißt, wie man es führt, wird vieles leichter. Wenn du es nicht beherrschst, ruinierst du dir nicht nur das Projekt, sondern im besten Fall auch den Ruf.
Warum KI keine fertige Webseite baut (jedenfalls keine gute)
Eine starke Webseite lebt nicht nur von ein paar hübschen Buttons oder der Tatsache, dass irgendetwas „automatisch generiert“ wurde. Gute Webseiten entstehen durch:
Erfahrung
Designgefühl
Strukturverständnis
Nutzerführung
Branding
Psychologie
Und ja – Fehler, die man gemacht hat, damit der nächste Entwurf besser wird
All das hat KI nicht.
Sie rechnet.
Sie kombiniert.
Aber sie fühlt nicht, was eine Marke ausmacht.
KI weiß nicht, wie sich eine Fleischerei in Hessisch Lichtenau von einer Bar in Großalmerode unterscheidet. KI weiß nicht, wie deine Kunden ticken, was deine Sprache ausmacht oder warum du manche Elemente bewusst NICHT nutzt, obwohl sie „standardmäßig empfohlen“ wären.
KI kann Arbeit abnehmen – aber nicht Denken ersetzen
Das Spannende ist: Wenn man KI richtig einsetzt, spart sie Zeit. Viel Zeit.
Ich nutze sie z. B. für:
Rohtexte, die ich danach komplett umschreibe
Ideen, wenn mein dritter Kaffee noch nicht gezündet hat
Bildideen, Moodboards, Strukturvorschläge
Technische Checks oder schnelle Analysen
Prompt-basierte Inspirationen für Figma
Aber – und das ist der Punkt –
Ich würde niemals eine reine KI-Webseite verkaufen.
Weil das Ergebnis immer zu 80 % nach Baukasten und zu 20 % nach „irgendwas stimmt hier nicht“ aussieht.
Gute KI = gute Prompts = gute Menschen dahinter
KI macht nur das, was man ihr sagt.
Wenn der Prompt schlecht ist, ist das Ergebnis noch schlechter.
Die Kunst besteht also nicht darin, „eine KI zu haben“, sondern:
die richtigen Fragen zu stellen
in der richtigen Reihenfolge
mit der richtigen Absicht
und dem Auge fürs Feintuning danach
Der Unterschied zwischen „KI-Müll“ und „KI-Magie“ ist nicht die KI.
Es ist der Mensch, der davor sitzt.
Webdesign bleibt Handwerk – KI ist das Werkzeug
Eine KI kann Layouts vorschlagen.
Sie kann Texte generieren.
Sie kann Bilder ausspucken.
Aber sie kann nicht:
entscheiden, was wirklich zu deinem Unternehmen passt
deine Zielgruppe verstehen
Marken aufbauen
Strategien entwickeln
Tonalität treffen
Fehler im Code riechen (ja, das geht irgendwann ins Blut)
und sie kann keine Verantwortung übernehmen
Webdesign bleibt ein Handwerk.
Ein kreativer Prozess.
Ein Zusammenspiel aus Technik, Design und Gefühl.
KI ist dabei willkommen – aber nie der Chef im Raum.
Mein Fazit
KI ist ein Turbo.
Ein Werkzeug.
Ein Sparringspartner.
Aber kein Designer.
Ich nutze sie gern – aber ich ersetze mich nicht durch sie.
Denn gute Webseiten brauchen Herz, Hirn und Erfahrung.
Und die liefert kein Algorithmus.